Sarah Wegener

Kanada & Moritzburg

Ereignisreiche Wochen liegen hinter mir:
Mein Aufenthalt in Kanada und beim Moritzburg Festival.

Es war für mich mein erstes Mal Übersee nach Westen, mein Debüt mit Maestro Kent Nagano, und mit dem Orchestre Symphonique de Montréal in der Maison Symphonique und beim Festival de Lanaudière. Also mehrere Debüts gleichzeitig!


Ich hatte außerdem die Freude, einen Kammermusikabend mit Mitgliedern des OSM zu gestalten. Wir musizierten unter anderem die Bearbeitungen von Aribert Reimann von Schumann und Brahms Liedern für Sopran und Streichquartett. Hier bei der Probe in Piano Nobile.
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Die Arbeit in Kanada war ungemein bereichernd, und unsere Konzerte – das muss ich einfach ganz ungeniert sagen – fantastisch! Wir konnten die Menschen erreichen und berühren. Ob mit der Kammermusik im Kleinen, oder mit Mozart Requiem Open Air vor 5000 Leuten und Beethoven 9 in der festlichen Maison Symphonique (die im Übrigen eine fantastische Akustik hat) im Großen.

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In meiner freien Zeit habe ich andere Konzerte angehört – unter anderem das Festkonzert zum 40jährigen Bestehen des Olympiastadions – und habe so viel wie es ging angeschaut, unter anderem mit meinen netten Kollegen Michèle Losier, Michael Schade und Alexander Tsymbalyuk. Montréal empfinde ich als sehr offen und bunt. Viele Nationalitäten und Lebensstile, aber auch das Stadtbild ist bunt: Historische Kirchen oder andere Gebäude stehen zwischen und neben modernen Wolkenkratzern.

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Hier ein Bild von meinem Ausflug auf den Berg Mont-Royal, nachdem Montréal benannt ist, und von wo man einen sagenhaften Blick auf die Stadt und die Umgebung hat.

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Land und Leute haben mich sehr herzlich und warm aufgenommen. Eine goldige Sache finde ich den Dialekt, den man spricht: Québecois.
Ca dzure dziix minuites (Ca dure dix minutes) – oder so ähnlich. Am Anfang habe ich nichts verstanden, obwohl ich sehr gut Französisch verstehe und spreche. Das kam aber mit der Zeit.

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Im Dezember darf ich bereits wieder nach Montréal, um mehrere Konzerte zu singen (Matthäus-Passion und Brahms Requiem).

Da werde ich dann die winterliche Seite kennenlernen. Ich freue mich drauf!

 

 

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Anschliessend war ich beim Moritzburg Festival zu Gast – auf Einladung von Jan Vogler, der die künstlerische Leitung des Festivals inne hat.
Es war eine ganz wunderbare Zeit dort in anregendem Austausch und Miteinander der verschiedensten Künstler. Jeden Einzelnen habe ich als sehr offen und herzlich erlebt. Das war sehr schön! Es wurde gemeinsam gefrühstückt, Mittag und Abend gegessen, und in den verschiedensten Besetzungen musiziert.

Mein persönliches Highlight war ein Lied-Portraitkonzert,
dass ich gestalten durfte, und „Maiblumen blühten
überall“ mit Streichsextett von Alexander Zemlinsky!
Mein Highlight als Zuhörer war Mendelssohns Streichoktett Es-Dur. Was für ein Feuerwerk!

Das waren die Künstler des Festivals 2016:

VIOLINE
Benjamin Beilman
Ye-Eun Choi
Chad Hoopes
Paul Huang
Annabelle Meare
Valeriy Sokolov
Kai Vogler
Mira Wang

VIOLA
Kim Kashkashian
Richard O’Neill
Lawrence Power
Pauline Sachse

VIOLONCELLO
Norbert Anger
Narek Hakhnazaryan
Li-Wei Qin
Jan Vogler

KLAVIER
Boris Giltburg
Juho Pohjonen
Antti Siirala

FLÖTE
Adam Walker

HARFE
Anneleen Lenaerts

SOPRAN
Sarah Wegener

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Erkki-Sven Tüür

DIRIGENT
Josep Caballé Domenech

ASSISTENT DES DIRIGENTEN
Roman Baltag

 

Für die, die es nicht wissen: Rund um das Schloss Moritzburg wurden Teile des Filmes „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ (für mich einer DER Filme meiner Kindheit) gedreht.
Auf dieser Treppe verlor Aschenbrödel ihren Schuh…

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…auf diesem Bild ist es jedoch meiner. Ich konnte nicht widerstehen.

 

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SW