Vita

Marvin Stellmach

Sarah Wegener

Über ihr Können ist nicht zu diskutieren. Wegener verfügt über einen tadellosen Stimmsitz, den ganzen Ambitus umfassende Farben, prächtiges Volumen, das auch bei höherer Lautstärke rund bleibt, und ein perfektes Legato. Neue Zürcher Zeitung

Sarah Wegener durchdringt jede Partie mit kammermusikalischer Intensität. Mit ihrem warmen Timbre rief sie in letzter Zeit besonders bei Aufführungen von Mahlers 8. Sinfonie unter Eliahu Inbal in Hamburg und Kent Nagano in Montreal Begeisterung hervor, ebenso wie bei ihrem um Werke von Händel und Purcell gesponnenen Programm Krieg und Frieden, das sie vor Kurzem mit dem Ensemble il capriccio bei den SWR Schwetzinger Festspielen präsentierte. Ihre „herrlich leuchtende, so kraftvolle wie farbenprächtige Stimme“ (FAZ) weist sie daneben, wie auf ihrer vielgelobten aktuellen CD Into the Deepest Sea zu hören, als Liedinterpretin erster Güte aus. Auf der Opernbühne debütierte sie zuletzt höchst erfolgreich mit Georg Friedrich Haas’ Morgen und Abend am Royal Opera House London und an der Deutschen Oper Berlin.

Dieser bemerkenswerten Vielseitigkeit steht eine große Konstanz in der Zusammenarbeit mit musikalischen Partnern gegenüber, zu denen sie Dirigenten wie Kent Nagano, Emilio Pomàrico, Peter Rundel, Tonu Kaljuste, Heinz Holliger und Frieder Bernius zählt. Mit Konzerten und Liederabenden ist sie regelmäßiger Gast unter anderem beim Schleswig-Holstein Musik Festival, dem Rheingau Musik Festival, der RuhrTriennale, den Händelfestspielen Halle sowie der Alten Oper Frankfurt, dem Konzerthaus Berlin, der Tonhalle Zürich, dem Wiener Konzerthaus, dem Concertgebouw Amsterdam, der Kölner Philharmonie, der Casa da Música Porto und dem Bozar Brüssel. Opernengagements führten sie mit Hauptrollen zu den Wiener Festwochen, an das Theater Bonn und das Staatstheater Saarbrücken.

Gleichermaßen geschätzt als Interpretin des klassischen und romantischen Repertoires wie zeitgenössischer Kompositionen sang Sarah Wegener in den letzten Spielzeiten unter anderem Dvořaks Stabat Mater und Haydns Sieben letzte Worte (Philippe Herreweghe, Orchestre des Champs-Élysées, Collegium Vocale Gent), Hans Werner Henzes Floß der Medusa (ORF Radiosinfonieorchester Wien, Cornelius Meister) und, in einem aufsehenerregenden Konzert in Graz, Strauss‘ Vier letzte Lieder. Daneben brachte sie zahlreiche Werke von Georg Friedrich Haas zur Uraufführung, darunter die Oper Bluthaus – für die Hauptpartie der Nadja wurde sie 2010 von der Zeitschrift Opernwelt als Sängerin des Jahres nominiert. Mit dem NDR-Sinfonieorchester unter Thomas Hengelbrock interpretierte sie Dunkle Saitenvon Jörg Widmann, der ihr zudem die Solopartie in seinem Werk DrittesLabyrinth widmete; eine Aufnahme des Werkes mit dem WDR Sinfonieorchester erschien im Sommer 2018.

Sarah Wegeners Diskografie umfasst unter anderem Aufnahmen von Korngolds Die stumme Serenade, Schuberts Lazarus und Mozarts Große Messe in c-Mollsowie Faurés Pélleas et Mélisande und Rossinis Petite Messe solennelleInto the Deepest Sea, ihre erste Lied-CD mit dem Pianisten Götz Payer, wurde im November 2017 bei CAvi-music veröffentlicht.

Mit ihrem Debüt bei den Salzburger Festspielen krönte Sarah Wegener die Saison 2017/18 –unter der Leitung von Kent Nagano führte sie dort Pendereckis Lukas-Passion mit dem Orchestre Symphonique de Montréal auf. In der neuen Saison kehrt sie zum Musikkollegium Winterthur zurück, gefolgt von einer Aufführung von Schönbergs Sechs Orchesterliedern mit der Deutschen Radio Philharmonie. Beim Orchestre Symphonique de Montréal ist sie, inzwischen regelmäßiger Gast, mit Händels Messias zu erleben; Mozarts Requiem singt sie im Februar mit dem Bach-Collegium Stuttgart. Gemeinsam mit Le Concert Lorrain nimmt sie Händels Brockes-Passion auf Tournee. Bei ihrem zweiten Gastspiel in der Elbphilharmonie, mit dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg unter Kent Nagano, stehen Mahlers 2. Sinfonie und Ligetis Requiem auf dem Programm.

Die britisch-deutsche Sopranistin, die auch einen Abschluss als Kontrabassistin nachweisen kann, studierte Gesang bei Prof. Jaeger-Böhm in Stuttgart sowie in Meisterkursen bei Dame Gwyneth Jones und Renée Morloc.

Saison 2018/19

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